Lymphatische Versorgung

Venenleiden lymphatische Versorgung

Was tun bei einem Lymphödem?

Neben dem Blutgefäß verfügt unserer Körper über ein anderes Gefäßsystem: dem Lymphsystem. Die Lymphe reinigt und drainiert das Zellzwischengewebe. Die zu dem Lymphsystem gehörigen Kapillaren transportieren dann die schädlichen Stoffe Zelltrümmer, Bakterien, Krankheitserreger und Eiweiße ab. In dem zur jeweiligen Körperregion gehörigen Lymphknoten werden die Lymphe mit Hilfe von weißen Blutkörperchen, Antigenen und ausgereiften Abwehrzellen entgiftet und gefiltert.

Wenn das Lymphsystem diese Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen kann, kann es zu einem Rückstau der Lymphe im Gewebe führen. Die dadurch auftretende Schwellung bezeichnet man als Lymphödem. Lymphödeme können angeboren sein oder durch Hormonschwankungen entstehen (Primäres Lymphödem). Andererseits zählen Verletzungen am Lymphsystem durch operative Eingriffe zum Beispiel zu Ursachen eines Lymphödems (Sekundäres Lymphödem). Eine andere Ödem-Form ist das Lipödem, das durch eine Fettverteilungsstörung entsteht.

Als Therapie wendet man die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) an. Sie besteht aus zwei Phasen. Die erste Phase ist die der manuellen Lymphdrainage. Hier wird eine sanfte Streichmassage von einem speziell ausgebildeten Therapeuten durchgeführt. Die Lymphgefäße werden ausgestrichen, damit sich der Stau auflöst und die Lymphwege wieder frei werden.

Die zweite Phase besteht aus der lymphatischen Versorgung, einer Kompressionstherapie. Diese Versorgung ist ein absolutes Muss bei einem Lymphödem. Mithilfe von flachgestrickten Kompressionsstrümpfen wird von außen ein flächiger, konstanter Druck auf das Gewebe ausgeübt.  Er verhindert den Rückfluss der Lymphflüssigkeit. Die flachgestickten Kompressionsstrümpfe sind im Gegensatz zu rundgestrickten Kompressionsstrümpfe für eine Behandlung größerer Umfänge geeignet. Man kann Maschen hinzugeben oder abnehmen.

Das permanente Tragen von Kompressionsstümpfen verbessert nachweislich den Lymphabfluss in dem betroffenen Gewebe und verhindert die Weiterentwicklung des Ödems. Zudem sind sie dehnfähiger als Kompressionsverbände und erleichtern die Beweglichkeit im Alltag. Die Eindämmung des Lymphödems kann die Lebensqualität damit erheblich steigern.